Halbzeit in Vero Beach!

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…aber eigentlich sind wir bereits eine Woche über die Halbzeit hinaus. Vor exakt 8 Wochen trudelten die letzten der PK 3/11 hier in Vero Beach ein. Noch blass vom kalten Schweizer Winter. Aber das hat sich mitlerweile geändert! Die Haut wurde bei den meisten bräuner, die Bäuche ein wenig dicker (Verweis auf den vorletzten Artikel…) und nicht zu vergessen: unser Flugbuch zählt nun ca. 50h mehr als noch vor zwei Monaten. Wie schnell die Zeit doch vergeht… Innert kurzer Zeit haben wir unseren VFR Fähigkeiten den letzten Schliff gegeben um danach im SEP IFR Programm keinen Blick mehr nach draussen zu werfen. Wenn nicht gerade eine Wolke die Sicht nach unten verwehrt, dann haben wir die Ehre die Foggels (moderne Scheuklappen, welche nur einen Blick auf das Instrumentenbrett zulassen) zu tragen, welche unsere Aufmerksamkeit ganz auf den Attitude Indicator, den HSI und wie die ganzen Instrumente sonst noch heissen, fixieren. Anstatt “oh, ich sehe das Gefängnis, danach muss ich rechts abbiegen” heisst es jetzt “bar is moving, established on VRB Radial-343, Airway Victor-3 northbound”. Auch der Weg zum finalen Landeanflug führt nicht mehr über Downwind oder Base, sondern mittels Radar-Vectors und entlang des berühmten “Stängeli” (ILS Localizer und Glideslope). Heiteres “Stängeli aberutsche” wie eine unserer IFR Theorie Instruktorinnen gerne zu sagen pflegte.

In den verbleibenden 6 Wochen werden wir nun unsere IFR Künste weiter perfektionieren und natürlich freuen wir uns alle auf den Moment, wenn wir in ca. 2 Wochen nicht nur einen, sondern gleich zwei Motoren starten können. Seminole, wir kommen!

Aloha aus Vero Beach!

Fusi

Ein Flugtag mit Crew 3

04:30 LT In der Wohnung 106 gehen die Lichter an. Es gibt Frosties und einen CinnamonRasinBagel zum Frühstück. Endlich dürfen wir die Uniform wieder anziehen, die Patten und das Namensschild ans Hemd und direkt zur Tenue Kontrolle ins Wohnzimmer. Oliver und Henning haben einen Flug an den Golf von Mexico geplant mit Crew Change in Sarasota (KSRQ). Luca will am Nachmittag noch einen Flug in der Trainingsarea machen. Leider trägt uns die Arrow nicht alle zusammen, da wir sonst das maximale Take off Weight überschreiten.

05:15 LT Luca druckt gerade das Duat-Wetter-Briefing aus, Oliver sitzt schon im Briefingraum und berechnet Weight & Balance und Take off and Landing Performance. Einzig Henning ist noch nicht im SAT-Gebäude, er holt das Flugzeug beim Dispatch ab, also nicht das Flugzeug selber, nur die Box mit dem Schlüssel, dem TechnicalStatusSheet etc. Um 06:00 trifft unsere Fluglehrerin (IP) ein und Oliver beginnt mit der Pre Flight Briefing Checkliste, die uns durch das Briefing leitet. Wir besprechen unsere Pläne bezüglich Route, Fuelplanning und Timing. Luca informiert die Runde über das aktuelle Wetter im Staate Florida. Sonnig, Sky clear im Osten, few clouds im Westen, Wind aus dem Westen mit 10 Knoten, definitiv ein Go. Wir sprechen unsere Ziele an und reden über Threats and Errors die im Flug auftauchen könnten. Unsere IP fragt uns noch ein wenig über die Emergency Gear Extension aus, dann gehen wir zum Flugzeug auf die Flightsafety Mainramp. Wir machen eifrig einen Outsidecheck binden das Flugzeug los und Oliver macht speditiv eine Cockpitpreparation. Da kommt auch schon die IP und Block-Off ist wie erwartet 07:01. Im Flugzeug sind die Aufgaben klar verteilt. Auf diesem Flug ist Oliver Supervised Pilot in Command, der IP greift nur ein wenn etwas unsere Safety beeinträchtigt. Henning sitzt still auf dem Hintersitz und geniesst den Flug quer über Florida. Luca liegt schon wieder in seinem Bett, er hat erst um 12:00 wieder mit der Crew abgemacht. Olivers Flug verläuft nach Plan. Um 08:44 nimmt er Kurs auf das noch 15 Meilen entfernte Sarasota auf. Jetzt wird’s noch einmal richtig spannend. Der Wind hat gedreht und bläst Oliver jetzt mit 130 Knoten zur Destination. Jede Sekunde zählt. Descent Planning, ATIS abhören, Descent Check, Approachbriefing, Approach Check, Kontaktaufnahme mit dem Tower, es wird heiss. Um 09:03 landet Oliver souverän auf der Piste 04. In der Sarasota Pilots Lounge trinkt die Crew ein kaltes Cola und macht Spässe mit Crew 8, welche das gleiche Programm geplant hat wie wir. Um 09:50 macht sich Henning auf zum Flieger um eine Transit Cockpit Preparation durchzuführen. Take-Off Time ist 10:23. Auf Hennings Flug ist die Luft einiges unruhiger geworden. Es rüttelt und schüttelt ununterbrochen, was die ganze Arbeit erschwert. Henning steigt 2000 Fuss über seine geplante Reisehöhe auf 6500 Fuss, da ist die Luft wieder einiges angenehmer. Über dem LaBelle VOR zieht die IP den Throttle auf Idle. Ruckzuck herrscht Action im Cockpit. ‘‘ Engine Failure‘‘ ruft Henning ins Headset und fängt augenblicklich mit dem PPAA-Drill an, ein Drill der uns durch unerwartete Umstände und Notfälle leitet. Power, Performance, Analysis und Action. Er trimmt den Flieger auf exakte 79 Knoten, Vbest glide. Der Flieger nähert sich dem Boden mit 1500 Fuss in der Minute, das gibt Henning nicht mal mehr 5 Minuten für die Emergency-Checkliste, Preparation für eine Power-Off Landung und für die Auswahl von einem geeigneten Feld für eine Notlandung. Die Zeit rast, Henning bringt den Flieger auf eine Keyposition, 1000 Fuss über und eine Nautische Meile neben seinem gewünschten Touchdown-Point. Fünfhundert Fuss über Boden wird das Go-Around-Procedure eingeleitet. Die IP ist zufrieden mit der Übung und lässt Henning seine Navigation wieder aufnehmen.

11:34 LT Block-On, zurück in Vero Beach (KVRB). Während die Fluglehrerin im klimatisierten Briefingraum schon die Activity-Records zum Flug schreibt, binden die Schüler draussen das Flugzeug an und sichern die Steuer. Danach trifft man sich nochmal und bespricht in einem Debriefing die ganze Operation. Wurden die Ziele erreicht? Was waren gute Punkte? Wo waren Schwierigkeiten? Was kann man verbessern? Und wichtig, was ist mein persönliches Ziel für den nächsten Tag? So garantieren wir eine stetig steigende Lernkurve. Zu guter Letzt gibt die IP noch für jeden Schüler eine Note von eins bis vier. Luca sitzt auch schon wieder dabei und bereitet ein Meteo-Update vor. Noch ein zwei Worte zum Flug am nächsten Tag, dann geht Oliver und Henning in den Mittag. Die IP hat kaum Zeit für einen kleinen Snack, um 12:30 soll schon wieder Block-Off sein mit Luca. Die Eile kommt davon, dass wir das Flugzeug um 14:30 der Nachmittagscrew 4 übergeben müssen. Während dem Flug von Luca ist sehr viel los auf der Frequenz. Der Flughafen kommt an seine Grenzen. Es ist enorm wichtig seine Augen immer in Bewegung zu halten, in der Trainingsarea wimmelt es nur von Fliegern. Luca interceptiert Radials, fliegt Holdings und macht noch ein paar Steepturns bis er um 14:08 ordentlich durchgeschüttelt auf der Piste 11R in Vero Beach landet. Flugzeug-Box an die nächste Crew weitergeben, Debriefing und ab nach Hause. Zusammen planen wir den nächsten Flug. Rechnen Weg und Zeit, lesen Headings aus der Karte, präparieren einen neuen Operational Flight Plan und befassen uns mit dem neuen Flugplatz den wir anfliegen wollen. Henning fliegt mit Luca nach Daytona Beach (KDAB). Um 17:00 sind wir fertig und haben verdienten Feierabend.

(Luca)

Burger Wars

Am späteren Freitag Nachmittag. Erstes Bier schon weggemacht. Und plötzlich kommt der Hunger. Hannibal schreit schon seit einer Stunde. Schnell sind wir uns einig es muss ein Burger her. Pink Lady spürt, dass es kaum ein vegetarisches Abendbrot gibt für sie, sie schleicht sich davon und braut sich Zuhause ihr eigenes Süppchen. Maverick, der Prachtskerl aus dem hohen Norden Deutschlands will ins Restaurant zur goldenen Möve. Kennen wir schon aus Europa, schmeckt genau gleich. Für unseren Maifiafganer, der auch liebevoll afganischer Prinz genannt wird, ist die Sache ganz klar. Sein Vorschlag TGI’s passt zwar zum Wochentag aber da waren wir schon die letzten drei Freitage. Slapper will endlich mal einen Wendy-Burger, ist aber der einzige der noch nicht da war und zweimal geht man da anscheinend nicht hin. Heinrich II, fühlt sich nur im Burgerking königlich bedient. Aber mal ehrlich, wer wartet nach einer dekadenten Bestellung gerne noch 20 Minuten bis zum ersten Biss? Decision Making ist definitiv noch ein Point to improve. Candy-Ändy will auf sein Kampfgewicht zurück und schlägt Five-Guys for. Mit einer Portion Pommes bei Five-Guys hat man Kalorien fürs ganze Wochenende gegessen. Benny der Tiger will sein Burger selber grillieren. Wir haben’s so streng und arbeiten Tag und Nacht, da können wir nicht auch noch unsere Burger selber machen. Kompliziert das Ganze, vielleicht werden wir uns ja nach dem zweiten Bier einig. Hannibal weint.

(Luca)

Lakeland Sun ‘n Fun

Durch dir täglichen Briefings und das Checken der TFR (Temporary Flight Restrictions) war Lakeland uns alle schon ein Begriff. Da wir uns das Ganze dann doch ein wenig von der Nähe anschauen wollten, machte sich der Großteil der PK3/11 vor ein paar Wochen auf nach Lakeland um die tollkühnen Piloten bei der Sun n Fun Air Show zu bestaunen.

Und hir noch ein paar Bilder von den Air Shows.

Our sign is a promise

Jetzt mal ehrlich: Wir kommen alle käseweiss und total überfordert von der amerikanischen Kultur nach Vero Beach. Wir verstehen kein Wort vom Tower und haben Crosswinderfahrung von einer Raupe. Aber trotzdem sind wir von Anfang an die Helden auf dem Campus. Mit den noch nie getragenen weiss glänzenden Uniformhemden, den edlen Krawatten und nicht zu vergessen die zwei!! goldenen Streifen. Wir gehen nicht ins Flightsafety Gebäude, nein wir gehen in unser eigenes Gebäude. Mit diesem Erscheinungsbild hatten wir schon einmal einen psychischen Vorteil für das grosse Beachvolleyballturnier mit BBQ an einem etwas gewittergestörten Sonntag. Zwei Gruppen à 5 Mannschaften. Teams aus Deutschland, Österreich, Belgien, Frankreich und eines aus der Schweiz haben sich gesammelt um sich in der, seit TopGun, wohl homoerotischsten Sportart zu messen. Unser Team bestand aus, PinkLady: wüüschter Service und unsere Geheimwaffe in Punkto Gegnerablenkung, VectorMan: ehemaliger Fluglotse und Strategiedirektor, Hannibal: kaltschnäuzig und immerhungrig, Slapper: der der in kein Flugzeug passt. Am Abend haben wir auf einen knappen Sieg angestossen und seither sind‘s gefühlte drei goldene Streifen.

(Luca)

And it’s not instinctive, is it?

Er ist schwer zu beschreiben. Er ist alt, aber doch jünger als wir alle. Er kanns. Er ist ein Typ dem man blind vertraut. Er ist kein Pilot, er ist ein Airman. Er mag Cheesecrackers. Er verdient sein Geld mit Spielen. Er spielt ununterbrochen. Er spielt mit 300 PS. Er hat eine Garage voll mit Pepsi. Er wird respektvoll ‘‘Joda‘‘ genannt. Er hat uns eine andere Perspektive gezeigt, unsere Instinkte gebodigt, uns erstaunt aber hauptsächlich hat er uns vier Stunden mit ihm mitspielen lassen. Danke Craig!

(Luca)

Dinge die wir von den Belgiern gelernt haben (soweit)

Um ein Uhr in der Nacht funktioniert das Zeug wo man einfach Windcheck sagen kann nicht mehr, sehr wohl aber funktioniert der Panicbutton am Auto noch. Tequila gibt‘s auch in einer Petgallone. Es ist kein Problem mit Vero Beach zu funken und in Fort Pierce zu landen!! Zum Baden braucht auch eine Frau nicht mehr als ein Höschen, dafür aber Bunnyohren im Ausgang. Und, zu guter Letzt, französischer Akzent im English ist too hot!

(Luca)

First Impression

Die erste Ladung PK3/11 Schüler läuft vom nagelneuen A330 durch den Miami International Airport zur Einreisekontrolle. Etwas müde Augen. Noch immer begeistert von der unglaublich netten Crew auf dem Flug und ein wenig traurig das es schon vorbei war. Waren wir doch erst 10 Stunden vorher in das neulackierte Swiss Prachtsexemplar eingestiegen und schon mussten wir es wieder verlassen. Zwei Stunden später stehe ich noch immer in der Einreiseabfertigungshalle. Vier junge Chileninnen vor mir lächeln verwirrt über unzählige Beamtenspässe. Nachdem ich alle meine Finger und schlussendlich noch den Ellenbogen auf das Scangerät gedrückt habe fragt mich der Typ hinter der Panzerscheibe: „ Ya goin to Disneys?“ Anscheinend war „ Yea“ die richtige Antwort, er hämmert den Stempel auf mein unschuldiges rotes Büchlein. Hallo Amerika.

(Luca)

Welcome to Vero Beach

Blitzschnell. Fast mit Jokel Speed of Sound vergeht die Zeit hier in Vero. Jetzt ist es schon einen ganzen Monat her seit unserer grossen Reise in die Staaten und noch immer haben wir das Gefühl erst grad angekommen zu sein. Wir erleben jeden Tag so viel. Es gibt schon einige Geschichten, lustige, traurige, schöne, wüüschte, unglaubliche und natürlich auch solche die wir gerne für uns behalten. Ab heute wird eine kleine Sammlung von Erzählungen, unterschiedlicher Autoren auf unserer unglaublich gut designten PK3/11 Seite entstehen.

(Luca)